Im Februar rechneten nur wenige mit einer Erhöhung der US-Leitzinsen im März (30% Wahrscheinlichkeit), doch in den letzten Tagen zweifelte kaum noch jemand daran. Janet Yellens Rede Anfang März und die Statements einiger Fed-Mitglieder signalisierten, dass die Zinsen jetzt schneller angehoben werden sollen. Das ist zwar keine Überraschung, ändert aber eine Menge.

Nach bislang nur einer Zinserhöhung in jedem Jahr erwartet die Fed für die nächsten Monate drei oder vier Zinsschritte. Ausgelöst wurde die Beschleunigung durch den Rückgang der externen Risiken, viele neue Arbeitsplätze und die steigende Inflation in den USA. Auch wenn noch nicht sicher ist, dass die Ausgabenprogramme von Herrn Trump tatsächlich umgesetzt werden, steigt die Inflation jetzt so stark, dass die Geldpolitik normalisiert werden kann.

Was genau ein „normaler“ Leitzins ist, ist schwer zu sagen. Nach der weitverbreiteten Taylor-Regel sollte er nahe 3,5% liegen. Ein Anstieg um 2,5 Prozentpunkte wäre aber nicht tragfähig, sodass sich die Fed in den nächsten achtzehn Monaten wohl auf etwa 2 Prozentpunkte einschießen wird.

Trotz aller Vorsichtsrhetorik wollte Janet Yellen mit ihrer Rede vor allem die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen unterstreichen – beruhigende Worte, die eine restriktivere Geldpolitik rechtfertigten.

In den nächsten Monaten dürfte die Normalisierung der US-Geldpolitik US-Anleihen weiter schaden – vor allem Kurzläufern. Auch die privaten Haushalte könnten unter höheren Zinsen leiden. Nur Wachstumsprogramme können einen Abschwung abwenden. Nach den Worten sind jetzt Taten gefragt.