Am 10. Oktober löste eine lange Liste von Risiken in Verbindung mit einer extremen Positionierung eine Verkaufswelle am US-Markt aus. Wir haben seit Anfang Oktober damit begonnen, unsere Aktienquote zu reduzieren, und sind nun neutral. Unsere zuversichtliche mittelfristige Einschätzung von Aktien hat sich nicht geändert.

DIE ZUSAMMENHÄNGE

Am 10. Oktober rutschten der Dow Jones Industrials und der Nasdaq massiv ab und fielen um über 3 % bzw. 4 %. Die heftige Verkaufswelle war nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine lange Liste von Risiken, in Verbindung mit einer extremen Positionierung. In den letzten Monaten sind die Performanceunterschiede zwischen den USA und dem Rest der Welt extrem geworden. Dies veranlasste Trendfolger dazu, hohe Long-Positionen in US-Aktien und Wachstumstiteln zu halten, insbesondere im Technologiesektor.

Ähnlich wie im Februar dieses Jahres wurden durch den Rückgang der Marktkurse in Verbindung mit dem Anstieg der Volatilität seit dem Ende der letzten Woche bei systematischen Fonds Stop-Losses ausgelöst. Dies führte zu einem signifikanten Kapitalabfluss und einer allgemeinen Talfahrt, da es kaum Aktienkäufer gibt, denn Long-only-Fonds und Unternehmen (über Rückkäufe) haben noch nicht wieder begonnen, zu kaufen.

Somit hatte der starke Marktrückgang keine fundamentalen Gründe, doch die gesamtwirtschaftlichen Risiken sind immer noch vorhanden. Wir haben zwei Risiken isoliert. Erstens notiert der Markt aus Sicht der Fed immer noch leicht unter seinen Rekordhochs, womit es keinen Grund gibt, von ihrem allmählichen Straffungskurs abzurücken. Zweitens hat sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China erheblich zugespitzt.

 

WIE GEHT ES WEITER?

Im Rahmen unserer globalen Asset Allocation-Strategie haben wir unser Aktienengagement bereits seit dem 1. Oktober schrittweise auf neutral reduziert, indem wir unser Engagement in Aktien der EWU, der USA und der Schwellenländer reduziert haben. Da es sich um einen schnellen Markt handelt, müssen wir aktiv und opportunistisch sein.

Abgesehen von den Bewertungen, gibt es einige Ereignisse, die potenzielle Performance-Impulse geben könnten, insbesondere der Beginn der Berichtssaison für das 3. Quartal, der die Marktteilnehmer dazu zwingen könnte, die Fundamentaldaten ins Auge zu fassen. Die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen in den kommenden Wochen nach der Sperrfrist in den USA könnte ebenfalls einen positiven Impuls geben.

Trotz der erhöhten Volatilität und der schwierigeren Marktlage haben wir unsere zuversichtliche mittelfristige Einschätzung nicht geändert. Wir werden weiterhin günstige Chancen nutzen und unsere Positionierung neu beurteilen, wenn wir einen möglichen Wendepunkt erkennen, der möglicherweise gar nicht so weit vom derzeitigen Niveau entfernt ist.

 

ZUVERSICHTLICHE MITTELFRISTIGE EINSCHÄTZUNG

Für die Marktentwicklung entscheidende Fundamentaldaten sind immer noch vorteilhaft. Der Konjunkturzyklus bewegt sich immer noch aufwärts, die Unternehmensgewinne wachsen weiter und die Bewertungen am Aktienmarkt erscheinen relativ attraktiv. Unsere Ertragserwartung über ein Jahr richtet sich sogar auf ein nahezu zweistelliges Wachstum bei Aktien. Aus der mittelfristigen Perspektive sehen wir in der Eurozone und den Schwellenländern sogar noch mehr Potenzial, da die Risikoprämien höher sind.

Die größten Risiken für unser leicht positives Basisszenario für Aktien sind ein plötzliches Stocken des aktuellen Wachstums, eine extreme Verknappung der Liquidität in den USA und außer Kontrolle geratende geopolitische Spannungen. Einstweilen halten wir die Duration kurz, um den Effekt der Zinsvolatilität zu begrenzen, und sind bei Anleihen eher negativ ausgerichtet, mit Ausnahme von Schwellenländeranleihen.