Kürzlich sorgten Gerüchte über ein Dekret von Donald Trump zu Arzneimittelpreisen für Unruhe unter Biotechnologieinvestoren.

Am Dienstag geriet ein Entwurf des Dekrets der New York Times in die Hände, und sie veröffentlichte einen Artikel dazu. Schwerpunkt des Entwurfs ist eine Deregulierung der Arzneimittelbranche. Und die wäre für den Biotechnologiesektor zweifellos gut. Wenn Biogenerika, sogenannte Biosimilars, einfacher an den Markt gebracht werden können, spart das Gesundheitssystem viel Geld, ohne dass die Preise neuer, innovativer Arzneimittel angetastet würden. Mehr denn je hieße es dann „innoviere oder stirb“. Davon sind wir schon immer ausgegangen und haben unsere Aktien entsprechend ausgewählt.

Der Zeitungsartikel nennt weitere Maßnahmen: den Schutz und die Durchsetzung von Patenten aus Übersee (die nicht in allen Ländern respektiert werden) und eine Lockerung der Vorschrift, dass die Pharmaindustrie Krankenhäusern mit vielen einkommensschwachen Patienten Rabatte einräumen muss. Vor allem der letzte Punkt ist bemerkenswert, weil man sich nur schwer vorstellen kann, dass dies zu niedrigeren Arzneimittelpreisen führt. Alles in allem passen die Maßnahmen aber zu den Plänen der Republikaner: weniger Regulierung und weniger staatliche Eingriffe.

Natürlich handelt es sich nur um einen Entwurf, der sich noch verändern kann. Aber die Tendenz ist eindeutig: Man will Innovationen fördern sowie auf logische und ethische Weise die Preise senken – durch mehr Wettbewerb, insbesondere für Medikamente, deren Patentschutz ausläuft. Innovationen gibt es immer, und es sieht immer mehr danach aus, dass sie sich weiter lohnen.

Bedeutet das „grünes Licht“ für Biotechnologie? Die Preisdiskussion ist sicher noch nicht zu Ende, aber wenn dieser Entwurf umgesetzt wird, ist es bis zum „Go“ nicht mehr weit. Auch wir meinen, dass sich das Gesundheitssystem grundsätzlich so entwickeln sollte wie in dem Entwurf beschrieben. Allerdings lehnen wir es kategorisch ab, Geringverdienern Rabatte zu streichen. Die recht beeindruckende Rallye in den letzten zwei Tagen ist sicherlich auch dem Präsidentendekret zu verdanken.